Das ist der boss

Disponible uniquement sur Etudier
  • Pages : 6 (1387 mots )
  • Téléchargement(s) : 0
  • Publié le : 28 décembre 2010
Lire le document complet
Aperçu du document
Das ist der Boss!
Deutschland, April 1954. Richard Lubanski war zehn Jahre lang Kriegsgefangener1 in Russland. Er ist heute mich Hause, ins Ruhrgebiet, zurückgekommen. Seine Frau, Christa, zeigt ihm die Kneipe2, die sie in der Zwischenzeit gekauft hat. Die Kinder, Bruno, Ingrid und der kleine Matthias, sind auch dabei.
C
hrista (...) öffnet die Tür. (...)
"So, das ist sie. Wir haben heutenatürlich zugemacht. Wegen dir, Richard."
„Hm."
Richard lässt den Blick schweifen über die Tische, die DAB-Reklame3, den Geldspielautomaten (...).
„Und du stehst hier also hinter der Theke4 ?„Ja, und die Ingrid hilft beim Bedienen."
„Aha. Und Bruno?"
„Ich mach was anderes."
„Und was?"
„Ich bin Musiker."
„Musiker."
„Ja."
„Soso."
der Kriegsgefangene(n)
le prisonnier de guerre
dieKneipe(n) le bistrot
die DAB-Reklame la publicité pour la bière DAB (Dortmunder Aktien Bier)
die Theke(n) le comptoir
mit einem einzigen Ruck von der Wand reißen arracher d'un seul coup du mur
mit Reißzwecken an die Holzvertäfelung gepinnt fixé à l‘aide de punaises sur le lambris
Christa hatte ... herausgeplatzt war
Christa avait vu que cette phrase avait echappé a Matthiasder Verteidiger(-) le défenseur
Rot-Weiß Essen club de football a Essen
umsonst gratuitement

Richard (...) bleibt schließlich vor dem Plakat stehen, das Bruno vor wenigen Wochen aufgehängt hat. Wortlos starrt er darauf, ganz langsam, eine Hand aus der Hosentasche zieht und das Plakat mit einzigen Ruck von der Wand reißt5. (...)
„Und wer ist das?"
Inzwischen ist Richard in der rechtenhinteren Ecke der Kneipe angekommen, wo einige Fotos mit Reißzwecken an die Holzvertäfelung gepinnt sind6. (...)
„Das ist der Boss!"
Die ganze letzte Nacht lang hatte Matthias überlegt, was wohl die ersten Worte sein sollten, die er in seinem Leben an seinen Vater richten würde. Guten Tag, ich heiße Matthias Lubanski und bin elf Jahre alt? Tach Papa, schön, dass du wieder da bist? Lieber Papa,spielst du auch mal mit mir Fußball? Alles Mögliche hat er ausprobiert, „Das ist der Boss" war nicht dabei gewesen.
„Soso, der Boss."
Christa hatte gesehen, wie es aus Matthias nach all den Stunden herausgeplatzt war7, und sie hatte auch gesehen, wie er sofort wieder verstummte, weil es nicht die richtigen ersten Worte eines Sohnes an seinen fremden Vater waren. Und sie kennt trotz all derStunden in der Kneipe, in denen sie sich nicht um ihn kümmern kann, ihren Matthias gut genug, um zu wissen, wie er sich fühlt, und dass er einen Verteidiger8 an seiner Seite braucht.
„Eigentlich heißt er Helmut Rahn und ..."
Matthias hat sich erholt, neuen Mut gefasst und fällt seiner Mutter ins Wort.
„Und spielt hier bei Rot-Weiß Essen9 und ist sogar mein bester Freund! Bald ist la dieWeltmeisterschaft in der Schweiz ..."
„Dein bester Freund?"
„Ja, ich darf immer seine Tasche tragen und dafür umsonst10 ins Stadion!"
„Er ist so 'ne Art Vaterfigur für ihn ..."
Das V-Wort hat er noch nicht ganz ausgesprochen, da weiß Bruno schon, dass es auch nicht gut ankommen wird.
Aus; Christof Siemes. Das Wunder von Bern

SpurensucheLesen Sie die Einleitung und den Text bis Zeile 19!Die Mutter /der Vater / Bruno: Wer spricht wo? Worauf bezieht sich sie in Zeile 2?
Was erfahren wir über die Mutter, Ingrid. Bruno?
Wofür wirbt wahrscheinlich das Plakat (Z. 16)? Wie reagiert der Vater?

Lesen wie nun bis Zeile 29!Matthias: Was hätte er sagen können? Was sagt er tatsächlich?

Lesen Sie nun den Text zu Ende!Wer (die Mutter / der Vater / Matthias / Bruno) spricht wo?
Was erfährt der Leserüber den Mann, der auf den Fotos abgebildet ist?
Wovon ist V-Wort eine Abkürzung?

Textinterpretation Charakterisieren Sie das Verhalten des Vaters (Gesten, Worte)!
Was ist die Rolle der Mutter in dieser Szene?
Wie kann man erklären, dass Matthias so sehr an Helmut Rahn hängt?
Wieso sind Matthias' Worte „nicht die richtigen ersten Worte eines Sohnes an seinen fremden Vater" (Z. 31-32)?...
tracking img