Das triptychon von marie redonnet als kritische gesellschaftsstudie in der französischen gegenwartsliteratur

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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften Institut für Romanistik Marie Redonnet SoSe 2005 Leitung: Kathrin van der Meer

Proseminararbeit

Das Triptychon von Marie Redonnet als kritische Gesellschaftsstudie in der französischen Gegenwartsliteratur

MARIE-THERESE MÄDER

Galloromanistik. Germ. Literaturwissenschaft. Ethnologie (MA)Herweghstr. 2 06114 Halle/Saale Tel.: 0345-6845220 E-Mail marie.maeder@gmx.de

INHALTSVERZEICHNIS
1 2 EINLEITUNG .................................................................................................................. 1 KURZE DARSTELLUNG DER LITERARISCHEN LANDSCHAFT FRANKREICHS ENDE DES 20. JAHRHUNDERTS ................................................. 2 VERFALL UND AUFLÖSUNG ALS MÖGLICHESLEITMOTIV IM TRIPTYCHON................................................................................................................. 4 3.1 3.2 4 5 WERKÜBERBLICK ...................................................................................................... 4 UNTERSUCHUNG VON INHALT UND GESTALTUNG ..................................................... 5

3

DAS TRIPTYCHON ALSLITERARISCHES ABBILD DER GESELLSCHAFT 11 LITERATURVERZEICHNIS ...................................................................................... 12

1

EINLEITUNG
Marie Redonnet ist eine jener französischen Schriftstellerinnen, die in den 1980er

Jahren unter dem Schlagwort Minimalistinnen von sich reden macht. 1 Sie zählt zu einer neuen Avantgarde, die sich haupsächlich aus Autoren desVerlagshauses „Editions de Minuit“ zusammensetzt, und somit in die Tradition der „Nouveaux Romanciers“ tritt. Dennoch wird immer wieder betont, dass die Werke von Marie Redonnet sich weitgehend einer Kategorisierung widersetzen und nicht in einem Atemzug mit denen von Jean Echenoz, JeanPhilippe Toussaint oder François Bon genannt werden können. 2 Vielmehr handelt es sich um ein eigenständiges Gebilde, dassich mit einer außergewöhnlichen Stimme abzugrenzen versucht. Wenn man bedenkt, dass Marie Redonnet verhältnismäßig spät und auf ungewöhnliche Art und Weise angefangen hat Texte zu publizieren, 3 so ist die Fülle sowie Bandbreite ihres literarischen Schaffens bereits beachtlich. Denn zu ihren Veröffentlichungen gehören neben ihrem poetischen Erstlingswerk Le Mort & Cie von 1985, dreiTheaterstücke (Tir et Lir 1988, Mobie-Diq 1988, Seaside 1992), ein Band mit Erzählungen (Doublures 1986) und zahlreiche Romane (Silsie 1990, Candy Story 1992, die Romantrilogie Splendid Hôtel 1986 , Forever Valley 1987, Rose Mélie Rose 1987). Dabei ist Redonnet alles andere als eine Schriftstellerin, die ihr Publikum bzw. ihre Leserschaft in der breiten Öffentlichkeit findet. In Bezug auf die Romane lässt sichdiese Tatsache womöglich auf die besondere Erzählstruktur zurückführen. Denn die Autorin selbst behauptet, dass ihr Sprachgebrauch sowohl auf lexikalischer als auch auf syntaktischer Ebene «très pauvre» sei, und die Komplexität ihres Werkes insofern nicht auf den Schreibstil bezogen werden kann. 4 Diese Aussage scheint nirgends so deutlich zu werden wie in den ersten drei veröffentlichtenRomanen, die innerhalb von nur 16 Monaten im Verlagshaus „Editions de Minuit“ erschienen sind. Die einfache Satzstruktur und die sparsame Sprache lassen das Triptychon 5 beinahe wie ein Kindertagebuch erscheinen, wäre nicht die emotionale Distanz, die dem Leser die Identifikation mit den Figuren erschwert. Was die Romane verbindet, sind nicht etwa Orte, Charaktere oder bestimmte Handlungen, wie man siein Fortsetzungsromanen aufzufinden vermag. Es ist vielmehr eine Kontinuität, die in vielerlei Hinsicht ihren Ausdruck findet und für die polyvalente Komponente von Marie Redonnets Werk spricht. Während beispielsweise
Cf. Grimm, Jürgen (Hg.): Französische Literaturgeschichte. Stuttgart: Metzler 1999, S. 379 Cf. Stump, Jordan (1995): Separation and Permeabilityin Marie Redonnet`s Triptych. In:...
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