Der verdacht

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  • Publié le : 6 décembre 2010
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1. Biographie

Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. Januar 1921 in Konolfingen, einem Dorf im Kanton Bern, geboren. 1935 zog er mit seiner Familie in die Stadt. Sein Vater war ein protestantischer Pfarrer am Salemspital. Bis 1937 besuchte er das Freie Gymnasium in Bern, danach das Humboldt-Gymnasium. Gegen den Willen seines Vaters, der für ihn ein Theologiestudium vorsah, beschloss Friedrich, Malerzu werden. Das Zeichnen wies sich als seine grosse Leidenschaft aus.[1]

“Das Ursprüngliche war immer das Zeichnen. Und am Zeichnen war interessant, dass ich immer Katastrophen gezeichnet habe, Kriege, Sintfluten; ich habe nie Landschaften oder etwas Schönes gezeichnet. Ich habe die “Schwarze Spinne” oder die “Nibelungen” illustriert – das waren Stoffe, die man mir erzählte.”1

Seine Bilder –vor allem sein durchaus expressionistischer Stil - stiessen in der damaligen Zeit auf wenig Erfolg. Aufgrund dessen änderte er seine Meinung und begann im Jahre 1941 an der Universität Bern sein Studium der Philosophie, der Germanistik und der Naturwissenschaften. Kurz darauf, in den Jahren 1942/43, erschienen seine ersten literarischen Werke. Obwohl er letztendlich die Schriftstellerei als Berufwählte, malte er Zeit seines Lebens weiter.[2]

Im Jahre 1946 verheiratete er sich mit der Schauspielerin Lotti Geissler. Kurz darauf zog er nach Basel, wo einige seiner Werke im Schauspielhaus uraufgeführt wurden. Jedoch hatte er auch als Schriftsteller anfangs wenig Erfolg, die ersten Jahre als freier Schriftsteller waren finanziell schwierig für Dürenmatt und seine Familie. Doch die Lagebesserte sich, seine beiden Krimis, „Der Richter und sein Henker“ sowie „Der Verdacht“ wurden ab 1950 als Fortsetzungsgeschichten im Schweizer Beobachter veröffentlicht. 1952 zog Dürrenmatt mit seiner Frau und den Kindern nach Neuenburg.2

Der Durchbruch gelang ihm erst im Jahre 1955: „Der Besuch der alten Dame“ wurde in Zürich uraufgeführt und verhalf Dürrenmatt zu internationalem Ansehen. „DiePhysiker“ wurde sein erfolgreichstes Theaterstück. Für seine Arbeit erhielt er viele Auszeichnungen. In den Jahren 1960 erreichte Dürrenmatt mit seinen Theaterwerken den Höhepunkt seines Erfolges. Er war ein gesellschaftskritischer Autor und nahm in Essays, Vorträgen und Festreden Stellung zur internationalen Politik. Des Weiteren wollte er mit seiner Literatur das Publikum zu Irritation undkritischer Reflexion bewegen. „In seinen Werken geht es um Recht und Unrecht, Macht und Gewalt, Ohnmacht und Gnade; es agieren Richter und Angeklagte, Henker und Opfer.“[3]

Im Jahr 1981 wurde Dürrenmatt Ehrendoktor an der Universität in Neuchâtel. Einige Jahre später wurde ein Filmportrait über ihn veröffentlicht, ein vierstündiger Film über Dürrenmatt mit dem Titel „Porträt eines Planeten“. Am 14.Dezember 1990 starb er im Alter von 69 Jahren in Neuenburg. Im September 2000 wurde in seinem Wohnhaus das Centre Dürrenmatt eröffnet, wo seither Ausstellungen und Veranstaltungen zu seinem Schaffen stattfinden.1

1.1. Bezüge zum zeit-/ literaturgeschichtlichen Hintergrund
Dürrenmatt beschäftigte sich bereits in jungen Jahren mit dem Protestanismus seines Vaters. In seinen Werken geht es deshalboft um Fragen des Glaubens und der Moral, die meistens verbunden werden mit der Entwurzelung der Menschen im 20. Jahrhundert, das durch Wissenschaft, Technologie und Massengesellschaften geprägt ist.[4]
Dürrenmatt war ein gesellschaftskritischer Schriftsteller, der sich aktiv an der Politik seiner Zeit beteiligte und dazu Stellung nahm. Mit seinen avantgardistischen Werken und seinenKriminalromanen gehört Dürrenmatt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Seine Stücke, meist Komödien, regen das Publikum besonders zum eigenständigen Nachdenken an. Darüber hinaus war er ein Kritiker des schweizerischen Sozialsystems, des Militärs und des helvetischen Moraldenkens. In seiner letzten öffentlichen Rede bezeichnete er die Schweiz sogar als ein “Gefängnis”.[5] In seinem...
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