Roussard

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  • Publié le : 16 octobre 2010
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> MEGATEST

D

TEXT Dimitri Lehner

er Job ist ein Traum: Bike-Tester. Die Arbeit an sich macht einen Höllenspaß. Noch besser: Die Vorzugsbehandlung. Wenn wir ein Bike bestellen, wird am anderen Ende der Telefonleitung Großalarm ausgelöst. Ingenieure rennen durch Laborgänge. Mechaniker ölen, wienern, prüfen. Firmendirektoren stopfen diskret 100-Euro-Scheine in Sattelstützen. ProfiFahrer wieSteve Peat oder Richie Schley rücken aus, um das ideale Set-up für unser Testrad zu ermitteln, die Bremsen einzufahren und alles perfekt abzustimmen. Wenige Tage später stöckelt dann eine langbeinige Blondine ins Redaktionsbüro und liefert das „perfekte Bike“ ab. Natürlich nicht ohne sich mit atemberaubendem Dekolleté weit vorzubeugen, den Sitz des Ventilkäppchens ein letztes Mal zu kontrollierenund dabei einen Zettel zwischen die Speichen zu klemmen. („Ce soir, 8 heures, Hotel d’Amour, chambre 44.“) Hättet ihr was anderes erwartet? Ich meine: Da steht eine Menge auf dem Spiel. Für einen guten Test ist jedes Mittel recht, sollte man denken.

Darauf freuen wir uns bei der jeder Abfahrt: das kleine Gap auf der Teststrecke. Nicht nur weil’s Spaß macht. Hier zeigt sich, welches Bikeausgewogen in der Luft liegt. Tester Julian Mothes wirkt zufrieden.

DIE REALITÄT
Natürlich ist es ganz anders. Es muss mal gesagt werden, auch wenn das ein bisschen was von Petzen hat: Meist ringen wir den Herstellern die Testräder in zähen Telefonaten ab und bekommen dann oftmals eher Bausätze als fertige Bikes geliefert. Wenn wir viel Glück haben, erhalten wir das Bike rechtzeitig und in derrichtigen Größe. Oft stoßen Reifen an Sitzrohre, falsche Dämpfer sind verbaut, defekte Gabeln spezifiziert, Schrauben schleifen, Rohre klappern. Man sieht auf einen Blick: In den meisten Fällen wurde nicht mal eine schnelle Testrunde auf dem Firmenparkplatz gedreht. Von der Ausstattung ganz zu schweigen. In unserem Freerider-Test ganz auffällig: die Reifenwahl. In der Vergangenheit hatten wir malüberlegt, jedes Testrad mit einem sinnvollen Einheitsreifen auszustatten. Schließlich beeinflusst der Reifen ganz entscheidend die Performance des Bikes. Wir entschieden uns dagegen, denn die Reifenwahl sagt auch eine Menge über die Kompetenz des Herstellers aus. Zudem stecken viele Bike-Hersteller Energie und Geld in eine eigene Reifenentwicklung (Beispiel Specialized). Sprich: der Einheitsreifen würdevor allem inkompetenten Herstellern Vorteile verschaffen. Also hieß es auch bei diesem Test wieder: Reifen flicken. Bis zu viermal pro Abfahrt, weil einige Firmen auf Freeride-Boliden Pneus ohne Pannenschutz ziehen. Ähnlich wichtig wie gute Reifen ist eine Kettenführung. Auch die suchten wir bei einigen Rädern vergebens. Dann die Vorserienprobleme: Rock Shox machte uns viel Kummer, weil fast alle„2-Step“-Modelle kränkelten. Nach einer Abfahrt sanken die Standrohr etwas ein und die Gabel verlor dadurch Federweg. An der Performance änderte das nichts, doch ärgerlich war es dennoch (siehe Statement Seite 22). Dass
FREERIDE 2/07

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Freerider im Megatest

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Gerät oder leichFreerider sind langhubige Zwittergeschöpfe: Schweres EnduroHangabtriebstes Big Bike? Bergauf? Eher weniger.Bergab? Bitte! Sobald die kein Kicker zu kraft die Freerider zum Rollen bringen, ist kein Weg zu schwer, > ndin so hübsch, als dass man zu Hause bleibt und sich FREERIDE 2/07 groß und keine Freu 41 lplatz macht. nicht die Welt zum Spie

Foto: Wolfgang Watzke

> MEGATEST
Fotos: W.Watzke, D.Lehner

Laufruhe und potentes Fahrwerk machen noch keinen guten Freerider. Das Teil muss durch Kurvenzirkeln wie Ski-Ass Hermann Maier.

Platten ohne Ende: Fahren die Hersteller nur auf dem Badezimmer-Teppich rum?

Wofür war der Knopf nochmal? Bei Namen wie ATA, ETA, VA, SFA, TST verliert man schnell den Überblick.

Mühsam bergauf, dafür mit Reserven ausgestattet: Freerider verzeihen auch nicht so elegante Landeanflüge.

Die Zeit muss sein: Cappo und Nickerchen – dann biegen wir schon...
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