Galilei

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  • Publié le : 30 mars 2011
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Galilei sieht in der wissenschaftlichen Arbeit zwei Ziele. Den gesellschaftlichen Kampf zwischen dem Herrschaftsapparat der kirchlichen Obrigkeit und der elementaren Bedürfnisse der armen Leute undden innerwissenschaftlichen Kampf, der für ihn zwischen zwei Zielen stattfindet. Einerseits dem Ziel, „die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern“ (S.125) und andererseits dem Ziel,„Wissen um des Wissens willen aufzuhäufen“ (S.125). Galilei selbst verfolgt das erstere der beiden Ziele, denn in seinen Augen führe das andere nur zu Verstümmelung.
An dieser Stelle nimmt Brechtpolitischen Bezug zur Weltsituation zur Zeit der Entstehung des Dramas um 1938/39. Er verurteilt die Planung der Atombombe, die nach seiner Meinung ein Unglück auslösen könnte. („(...) und eure neuen Maschinenmögen nur neue Drangsale bedeuten. Ihr mögt mit der Zeit alles entdecken, was es zu entdecken gibt, und euer Fortschritt wird doch nur ein Fortschritt von der Menschheit weg sein. Die Kluft zwischeneuch und ihr kann eines Tages so groß werden, dass euer Jubelschrei über irgendeine neue Errungenschaft von einem universalen Entsetzensschrei beantwortet werden könnte.“, S.125f.).
Galilei kommt zudem Schluss, dass er wegen seines schändlichen Verrats an der Wissenschaft nicht mehr Wissenschaftler sein kann (S.126).
Die These lautet, dass Galilei durch seinen Widerruf zwar die Wissenschaft inihrem einen Ziel, der Anhäufung von Wissen bereichert hat, aber das andere Ziel, das der Erleichterung des Lebens der Menschen verraten habe. Brecht bezeichnet dies als „Erbsünde“[aus „Preis oderVerdammung des Galilei?“] Galileis und geht sogar soweit, die Atombombe als „klassisches Endprodukt seiner wissenschaftlichen Leistung und seines sozialen Versagens“ zu bezeichnen. Das klingt im 14. Bildan als er Galilei sagen lässt, dass er die welthistorisch einmalige Chance gehabt hätte, ein "Gelöbnis" der Naturwissenschaftler herbeizuführen, "ihr Wissen einzig zum Wohle der Menschheit...
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