Gendoping

Pages: 6 (1303 mots) Publié le: 20 février 2011
Einleitung

Spitzensport scheint ohne irgendeine Form von Doping kaum noch denkbar zu sein. Die Sportindustrie braucht immer neue Erfolge: schneller, weiter, höher... aber um welchen Preis?
Ich treibe selbst gern Sport, speziell Breakdance, und weiß, wie viel Disziplin und Ausdauer es erfordert, um Erfolge zu erzielen. Da scheint die Versuchung für Spitzensportler groß zu sein, durchNahrungsergänzungsmittel oder bio-medizinische Produkte bzw. Doping nachzuhelfen. Die Nachfrage beschleunigt die Weiterentwicklung des Angebots von -möglichst nicht nachweisbaren- Dopingmitteln. Besonders beliebt sind in letzter Zeit Blutdoping und EPO, auf die vor allem im Ausdauersport zurückgegriffen wird.
Beim Blutdoping wird meist ein sogenanntes Höhentraining, also ein Training in den Hochalpen,absolviert. Dabei steigt die Anzahl der Erythrozyten (roten Blutkörperchen) stark an. Diese sind für den Transport von Sauerstoff im Körper zuständig. Das Blut, welches sich jetzt durch das Höhentraining auf einem besonders leistungsfähigen Niveau befindet, wird nun abgenommen und kühl gelagert. Später kann es Sportlern kurz vor Wettkämpfen verabreicht werden.
EPO (Erythropoetin), welches auchnatürlich im Körper vorkommt, ist direkt für die Produktion von Erythrozyten zuständig. Der Körper stellt die zusätzlichen Blutkörperchen jetzt also selbst her. Durch diese verbesserte Sauerstoffversorgung können höhere Leistungen erbracht werden.
Bei kraftaufwändigen Sportarten werden aber meist Anabolika verwendet, welche zu einer verstärkten Muskelbildung führen, indem dem Körper zusätzlichemännliche Hormone, also Testosteron, zugeführt werden. Diese Formen von Doping könnten bald vom sogenannten Gendoping abgelöst werden, über das ich nun genauer berichten möchte.
(Braun, 2008)

Was versteht man unter Gendoping?

Die Gen-Forschung hatte den ursprünglichen Antrieb Krankheiten behandeln oder verhindern zu können. Am 25.4.1953 veröffentlichten James D.Watson und Francis H.C. Crick inder Fachzeitschrift Nature einen Artikel, in dem sie für die Erbsubstanz DNA eine Doppelhelixstruktur vorschlugen. Das war der bahnbrechende Anfang unserer heutigen Kenntnisse der Genetik. 1968 gab es dann enzymatische Schneidewerkzeuge für DNA und es wurde möglich einzelne Sequenzen zu untersuchen (vgl. „Spektrum der Wissenschaft”, 1/2006, S. 6f). Inzwischen ist das Erbgut von vielen Tierarten undauch das des Menschen entziffert: am 14.4.2003 kam die Meldung, das Ziel des Humangenom-Projekts sei erreicht und das menschliche Erb-gut zu 99 % entziffert - bei einer Fehlerquote von 0,01%. Das restliche Prozent dürfte noch spannend bleiben!
Der genetische Code ist jedoch veränderbar, die Evolution ist der Beweis dafür. Lebewesen sind gezwungen, sich ihrer Umwelt anzupassen. Das gelingtmanchmal verblüffend schnell. Wahrscheinlich wirkt sich ihr Verhalten auf ihre Gene aus.

Sobald Wissenschaftler neue Entdeckungen gemacht haben, die höheren Zielen dienen, erwacht auch die Phantasie der Menschen, die damit andere Pläne haben. Das Gendoping gehört dazu. Unter Gendoping versteht man die nichttherapeutische Anwendung von Zellen, Genen, Genelementen oder der Regulierung derGenexpression, welche die sportliche Leistung erhöhen kann (vgl. Gerlinger, 2008).

Mit der Entschlüsselung der DNA wurden Bakterien entdeckt, die resistent gegen Infektionen mit bestimmten Viren sind. Diese Bakterien werden Bakteriophagen genannt. In ihnen befinden sich Enzyme, die in der Lage sind, die DNA an genau definierten Stellen zu trennen. Diese DNA-Scheren nennt man Restriktionsendonucleasen. Mitsolchen enzymatischen Werkzeugen können Biologen DNA-Abschnitte aus dem Genom einer beliebigen Tier- oder Pflanzenart isolieren, in Bakterien übertragen und so über die Zellteilung vermehren. Man kann die Gene also klonen und in andere Körper mit Hilfe von Bluttransfusionen einpflanzen.

Menschen, die die sehr seltene Myostatin-Mutation aufweisen, haben ein übermenschliches Muskelwachstum:...
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