De rerum natura

Pages: 11 (2608 mots) Publié le: 22 février 2011
1) Über „De rerum natura“
Der römische Philosoph, Dichter und Epikureer Titus Lucretius Carus (genannt „Lukrez“) veröffentlichte im1. Jahrhundert v. Chr. ein entscheidendes Werk für die Verbreitung des Epikureismus im römischen Imperium. Sein Werk „De rerum natura“ , welches nach seinem Tod von Cicero herausgegeben worden war, blickt dabei besonders auf den naturphilosophischen Aspekt der Lehredes griechischen Philosophen Epikurs, welcher Begründer des Epikureismus war. Dieses in sechs Bücher unterteilte Werk hat allerdings auch einen therapeutischen Nutzen. Während es mit der schönen Form eines Lehrgedichts metaphorischen Honig um den Kelchrand streicht, in dem sich die bittere Lehre Epikurs befindet, soll der Leser zu einem einfacheren und von den Göttern unabhängigen Leben geführtwerden. Das Endstadium dieses Lebens ist das summum bonum, welches auch unter Ataraxie in der Stoa bereits bekannt ist, welches nach Lukrez der Zustand ist, in dem man fähig ist, „alles mit befriedetem Sinn schauen zu können“(V. 1203, Buch V).
Ein Meilenstein in dieser Lehre ist die Theorie des Atomismus, die bereits mit dem Satz „Kein Ding entsteht aus dem Nichts auf göttliche Weise“(V. 150, BuchI) deutlich eingeführt wird. Diese Theorie streitet die Existenz der Götter zwar nicht ab, geht allerdings davon aus, dass wenn diese existieren, sie sich nicht um die Belange der Menschen scheren. Die Lehre des Atomismus beschränkt alle Existenz im gesamten Universum auf lediglich zwei Dinge: Atome und leerer Raum. So wird unter anderem die Schöpfung ausschließlich mit Hilfe von Atomen erklärt,die nach Lukrez ewig und unzerstörbar sind. Während er sich lange Zeit nimmt, um zu erklären, wofür Götter wie Venus zuständig sind, zerschmettert er diese Aussagen danach mit erschreckender Knappheit. Schlüsselbegriffe wie Clinamen, die minimale Bahnabweichung, oder minimae partes, die kleinsten Teile, die als Bestandteile des bereits unzerstörbaren und kleinesten Teils existieren und nur indieser Funktion aufgehen, helfen Lukrez dabei, diese damals umstrittene Theorie weiter zu stützen, auch wenn sie in einigen Argumentationen weiterhin angreifbar bleibt. So wird unter anderem auch der Seele eine materielle Basis zugesprochen, um dem Leser zum Beispiel die Angst vor Bestrafung nach einem lasterhaften Leben oder gar vor dem Tod zu nehmen, da die Existenz des Menschen nach diesem einfachvergeht und auch die größte Angst des Menschen, der Schmerz, nicht mehr möglich ist.
Auch wenn diese Theorie des Atomismus noch etwas fehlerhaft ist und die anderen Eckpfeiler der Lehre Epikurs etwas extrem wirken, wie man es bereits aus den Lehren der Stoa kennt, ist besonders der Aspekt des Atomismus zu diesem Zeitpunkt, in dem Götter noch absolute Norm waren und es beachtlichen Mut brauchte, umso radikal zu denken, doch mehr als beachtlich.

2) Über die erotische Liebe
Bis zum vierten Buch von „De rerum natura“ hat Lukrez bereits den zu seiner Zeit geltenden Status quo auf den Kopf gestellt. Die Schöpfung durch Geschöpfe wie Gaia wird nach genauer Schilderung über 50 Zeilen in wenigen Zeilen wieder zerrissen. Auch die Prozesse, di in den Bereich der Venus fallen, erklärt er anhandEpikurs atomistischer Lehre, obwohl er zu Beginn dieses Venushymnus die Göttin noch als Muse angerufen hatte. Denn die Lehre Epikurs leugnet keineswegs die Existenz der Götter, unterstellt diesen aber Desinteresse am Schicksal der Menschen. Auch die Beschaffenheit der Seele und die Unmöglichkeit eines Lebens nach dem Tod aufgrund der atomaren Basis der Seele hat Lukrez bereits zum vierten Buchseines Werkes abgehandelt.
In eben diesem vierten Teil seines Werks sind insbesondere die Sinnesempfindungen ein großes Thema. Wie die Abbilder und Spiegelungen von Gegenständen und Lebewesen entstehen und für uns sichtbar werden, wie und warum Töne und Geschmäcker entstehen und wahrgenommen, all dies wird anhand des epikureischen Atomismus für den Leser plausibel gemacht. So ist die Beschaffenheit...
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